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Zecken entfernen: So geht es richtig
Bei einem Zeckenstich ist schnelles Handeln wichtig. Denn je länger sich der Parasit festsaugt, desto größer ist das Risiko einer Übertragung mit Krankheitserregern. Durch einen Zeckenbiss können sich Menschen etwa mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose anstecken.
Doch welches Hilfsmittel eignet sich am besten und wie werden Werkzeuge wie Zeckenzange, -karte und -pinzette angewendet? Wie sollte die Zecke nach dem Entfernen entsorgt werden? Und auf welche Hausmittel sollte man besser nicht zurückgreifen?

Wichtige Regeln, um Zecken richtig zu entfernen
Die richtige Technik hängt vom jeweiligen Hilfsmittel ab. Wichtig ist, die Zecke möglichst hautnah zu greifen, um ein Quetschen zu vermeiden. Das Herausziehen sollte zudem nicht abrupt erfolgen. Eine sanfte Dreh- oder Rüttelbewegung kann das Entfernen erleichtern. Die Grundregel lautet: langsam, hautnah und kontrolliert arbeiten.
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Zecken mit Zeckenzange entfernen
Die Zeckenzange ist ein bewährtes Werkzeug, um Zecken sicher zu entfernen. Sie wird direkt an der Haut angesetzt. Um den Parasiten herauszuziehen, ohne ihn zu zerquetschen, ist eine langsame, kontrollierte Zugbewegung wichtig. Bloß nicht ruckartig ziehen, sonst könnten Teile der Zecke in der Haut zurückbleiben. Zeckenzangen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, darunter Modelle mit Federmechanismus oder feinen Greifarmen für eine besonders präzise Handhabung.

Zeckenkarte: Werkzeug, um Zecken wirksam zu entfernen
Die Zeckenkarte ist eine flache Kunststoffkarte mit einer v-förmigen Auslassung, in die die Zecke eingeschoben wird. Durch eine Hebelbewegung nach oben und vorne wird der Parasit aus der Haut gelöst. Einige Modelle verfügen über unterschiedlich große Aussparungen, um sowohl kleine als auch größere Zecken zu entfernen. Aufgrund ihres kompakten Formats ist die Zeckenkarte ideal für unterwegs.

Zecken richtig entfernen: Wie funktioniert der Zeckenhaken?
Der Zeckenhaken besteht aus einem gebogenen Kunststoff- oder Metallhaken mit einer schmalen Aussparung. Der Haken wird seitlich angesetzt, sodass die Zecke in die Kerbe gleitet. Anschließend den Haken vorsichtig unter die Zecke schieben und mit einer gleichmäßigen Bewegung herausdrehen. Durch diese Technik lässt sich die Zecke in der Regel vollständig herausziehen, ohne dass der Stechapparat in der Haut stecken bleibt. Der Haken eignet sich besonders für größere oder bereits vollgesogene Zecken.

Zecken mit Zeckenpinzette entfernen
Eine Zeckenpinzette sollte an der Spitze schmal und gebogen sein, sodass sich die Zecke hautnah greifen lässt. Dazu wird der Parasit direkt an den Mundwerkzeugen gepackt und vorsichtig herausgezogen. Ein kontrolliertes, gleichmäßiges Ziehen ist entscheidend, um die Zecke unbeschadet zu entfernen und das Risiko einer Infektion zu minimieren.
Lesetipp: Kopfläuse erkennen und bekämpfen: Wichtige Maßnahmen

Zecken entfernen: So funktioniert das Zeckenlasso
Das Zeckenlasso besitzt eine feine Schlinge, die möglichst nah an der Haut um die Zecke gelegt wird. Durch eine mechanische Vorrichtung wird die Schlinge langsam zugezogen, bis die Zecke sicher fixiert ist. Anschließend lässt sie sich durch eine sanfte Zugbewegung entfernen. Diese Methode eignet sich besonders für kleine Zecken.

Zecken entfernen: Was, wenn der Kopf stecken bleibt?
Nach dem Entfernen kann es vorkommen, dass Teile des Stechapparates in der Haut zurückbleiben. Dies ist jedoch nicht der Kopf der Zecke, sondern lediglich ein kleiner Fremdkörper, der in den meisten Fällen von selbst abgestoßen wird. Wer die Stelle sauber hält und beobachtet, muss sich in der Regel keine Sorgen machen. Entscheidend ist, dass die Zecke überhaupt entfernt wird.

Zecke entsorgen: Was tun, nachdem man eine Zecke entfernt hat?
Die Zecke sollte nicht mit bloßen Fingern zerdrückt oder in der Toilette runtergespült werden. Sicherer ist es, sie in einem verschließbaren Behälter aufzubewahren oder mit Alkohol unschädlich zu machen. Dann kann der Parasit im Restmüll entsorgt werden. Nach der Entfernung ist es wichtig, die Einstichstelle zu desinfizieren.

Zecken entfernen: Im Anschluss Einstichstelle beobachten
Nach einem Zeckenstich sollte die Hautstelle über mehrere Wochen hinweg beobachtet werden. Falls sich eine kreisförmige Rötung um den Stich oder an einer anderen Körperstelle entwickelt (Wanderröte), könnte dies ein Hinweis auf Borreliose sein. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.
Lesetipp: Wanderröte nach Zeckenbiss: So sieht das Borreliose-Symptom aus

Zeckenschutz für den Menschen: Diese Hausmittel eignen sich nicht
Vermeintlich wirksame Hausmittel wie Kokosöl, Nagellack, Klebstoff oder Benzin sollten nicht zur Zeckenentfernung verwendet werden. Solche Substanzen setzen die Zecke unter Stress und können dazu führen, dass sie vermehrt Speichel und damit potenzielle Krankheitserreger in die Wunde abgibt.

Zecken entfernen: Im Zweifel ärztlichen Rat einholen
Falls die Einstichstelle anschwillt, schmerzt, pocht, oder stark gerötet ist, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Gleiches gilt bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber oder Gliederschmerzen. Denn diese Beschwerden können auf FSME hindeuten. Wer unsicher ist, wie eine Zecke entfernt werden sollte, kann sich ebenfalls an die hausärztliche Praxis wenden.
Lesetipp: FSME: Vorsicht bei diesen Symptomen nach Zeckenstich

Zecke nach dem Entfernen einschicken?
Einige Institute bieten die Möglichkeit, entfernte Zecken auf Krankheitserreger untersuchen zu lassen. Allerdings kann selbst ein positiver Befund nicht zweifelsfrei belegen, dass tatsächlich eine Infektion stattgefunden hat. Daher ist es wichtiger, die Einstichstelle aufmerksam zu beobachten. Fachleute raten mitunter dazu, die Zecke im Gefrierfach aufzubewahren. Falls später Symptome auftreten, die auf eine Infektion hinweisen, kann sie zur Untersuchung an eine ärztliche Praxis oder ein Labor übergeben werden.
Bei einem Zeckenstich ist schnelles Handeln wichtig. Denn je länger sich der Parasit festsaugt, desto größer ist das Risiko einer Übertragung mit Krankheitserregern. Durch einen Zeckenbiss können sich Menschen etwa mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose anstecken.
Doch welches Hilfsmittel eignet sich am besten und wie werden Werkzeuge wie Zeckenzange, -karte und -pinzette angewendet? Wie sollte die Zecke nach dem Entfernen entsorgt werden? Und auf welche Hausmittel sollte man besser nicht zurückgreifen?
- Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Schutz vor Zecken und richtiges Entfernen (PDF): https://www.kindergesundheit-info.de/fileadmin/user_upload/kindergesundheit-info.de/Download/Zeckenschutz-und-sicheres-Entfernen-davon_BZgA_kindergesundheit-info.pdf (Abruf: 03/2025)
- Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Zecken/Zecken.html (Abruf: 03/2025)
- Online-Informationen von DocCheck: Zeckenentfernung: https://flexikon.doccheck.com/de/Zeckenentfernung (Abruf: 03/2025)
- Online-Informationen der Stiftung Gesundheitswissen: Zeckenbisse: Wie man sich schützen kann: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/koerper-wissen/zeckenbisse-wie-man-sich-schuetzen-kann (Abruf: 03/2025)
- Online-Informationen der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH: Beginnende Saison: 5 Fakten zu Zecken, FSME und Borreliose: https://www.spektrum.de/news/5-fakten-was-sie-jetzt-ueber-zecken-wissen-muessen/1281743 (Abruf: 03/2025)
- Online-Informationen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH: https://www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-zecken-krankheiten (Abruf: 03/2025)



