Wechseljahre: Symptome und was hilft
Die Wechseljahre sind eine Phase im Leben jeder Frau. Welche Symptome auftreten können und welche Behandlung hefen kann, erfahren Sie hier.
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.
Die häufigsten Fragen zu den Wechseljahren
Die Wechseljahre beginnen meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Erste hormonelle Veränderungen können jedoch schon einige Jahre früher auftreten und bleiben oft zunächst unbemerkt.
Typische Anzeichen sind unregelmäßige Monatsblutungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Die Menopause, also die letzte Blutung, gilt als bestätigt, wenn danach zwölf Monate lang keine Regelblutung mehr aufgetreten ist.
Ja. Während der hormonellen Umstellung können Stimmungsschwankungen, Dünnhäutigkeit, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen auftreten. Diese Beschwerden sind häufig vorübergehend.
Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre – medizinisch Klimakterium – sind eine natürliche Lebensphase. In dieser Zeit stellt sich der Hormonhaushalt um: Die Eierstöcke produzieren nach und nach weniger Östrogen und Progesteron. Die Wechseljahre beginnen meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die letzte Monatsblutung erleben Frauen in Deutschland durchschnittlich mit 51 Jahren. Es ist aber individuell udn kann auch deutlich früher oder später stattfinden.
Die Wechseljahre verlaufen in mehreren Phasen:
Perimenopause: Die Übergangsphase um die Menopause: Sie beginnt einige Jahre vor der letzten Regelblutung und endet etwa 12 Monate danach. In dieser Phase treten vielerlei körperliche Veränderungen und Symptome auf.
Menopause: Die letzte Monatsblutung. Sie lässt sich erst rückblickend feststellen, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist.
Postmenopause: Die Zeit nach der Menopause, in der sich der Körper an den neuen Hormonspiegel anpasst.
Die gesamte hormonelle Umstellung kann bis zu zehn Jahre dauern.
Wechseljahre: Welche Symptome sind typisch?
Die Beschwerden entstehen vor allem durch den sinkenden Östrogenspiegel. Wie stark die Symptome ausfallen, ist individuell sehr unterschiedlich. Zu den bekanntesten symptomen zählen:
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Hitzewallungen zählen zu den häufigsten Beschwerden der Wechseljahre. Dabei steigt die Körpertemperatur plötzlich an. Häufig kommt es zu starkem Schwitzen und einem Wärmegefühl im Gesicht, Hals oder Oberkörper. Viele Frauen erleben diese Beschwerden mehrmals täglich oder nachts. Nächtliche Hitzewallungen können den Schlaf erheblich beeinträchtigen.
- Schlafstörungen: Viele Frauen schlafen während der Wechseljahre schlechter. Ein- und Durchschlafprobleme treten häufig auf, besonders wenn nächtliche Schweißausbrüche dazukommen. Schlafmangel kann wiederum andere Beschwerden verstärken, etwa Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme.
- Zyklusveränderungen: In den Jahren vor der Menopause verändert sich der Zyklus häufig deutlich. Die Regelblutung kann unregelmäßig werden, stärker oder schwächer ausfallen oder länger ausbleiben.
- Stimmungsschwankungen: Auch die Psyche kann von den hormonellen Veränderungen beeinflusst werden. Manche Frauen berichten über Reizbarkeit, Nervosität, Dünnhäutigkeit oder depressive Verstimmungen. Zusätzlich können Konzentrationsprobleme oder ein Gefühl mentaler Erschöpfung auftreten.
- Scheidentrockenheit: Der sinkende Östrogenspiegel verändert die Schleimhaut im Intimbereich. Die Scheide wird trockener und empfindlicher. Dadurch können Beschwerden entstehen wie:
- Juckreiz oder Brennen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- häufiger Harndrang oder wiederkehrende Harnwegsinfekte
Neben den typischen Symptomen können viele andere Beschwerden durch die Hormonumstellung auftreten, etwa:
- verminderte Libido
- Gelenk- oder Muskelschmerzen
- Gewichtszunahme, vor allem am Bauch (vom "Birnentyp" zum "Apfeltyp")
- trockene Haut und Haare
- Haarausfall
- Brain Fog
- Herzrasen
- Gelenkschmerzen im ganzen Körper
- Verdauungsprobleme, oft Verstopfung
Was hilft gegen Beschwerden in den Wechseljahren?
Eine Behandlung ist nicht immer notwendig. Allerdings sollte bei diversen Beschwerden im Alter von Mitte 40 immer auch die Wechseljahre gedacht werden, da eine gezielte Behandlung möglich ist. Wenn Beschwerden die Lebensqualität stark beeinträchtigen, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Hormontherapie
Die wirksamste Behandlung gegen starke Wechseljahrsbeschwerden ist eine Hormonersatztherapie (HET). Dabei werden meistens die fehlenden Hormone Östrogen und Progesteron ersetzt. Bei Frauen ohne Gebärmutter reicht der Einsatz von Östrogenen. Eine Hormontherapie kann unter anderem helfen bei:
- Hitzewallungen
- nächtlichen Schweißausbrüchen
- Schlafstörungen
- Beschwerden im Intimbereich
Hormonpräparate gibt es beispielsweise in Form von Tabletten, Pflaster, Gel oder Spray.
Da eine Hormontherapie auch Risiken haben kann, etwa für Blutgerinnsel oder bestimmte Krebsarten, sollte sie individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgewogen werden. Nicht alle Frauen können mit Hormonen behandelt werden. Kontraindikationen sind beispielsweise hormonrezeptorpositiver Brustkrebs, Thrombosen oder Herzinfarkt in der Vorgeschichte.
Pflanzliche Behandlung
Es gibt einige pflanzliche Präparate für die Wechseljahre, deren Wirkung unterschiedlich belegt ist. Bei leichten Beschwerden können diese ausreichen. Zu den Wirkstoffen gehören unter anderem:
- Mönchspfeffer (lateinisch: Vitex agnus castus) bie Brustspannen, Zyklusstörungen und PMS
- Traubensilberkerzenextrakt (lateinisch: Cimicifuga racemosa) bie Hitzewallungen
- Phytoöstrogene wie Soja, Rhabarberwurzel, Rotklee, Weizenkeime bei moderaten Hitzewallungen
- Salbei (soll bei Schweißausbrüchen helfen)
- Lavendel zur Beruhigung und die Psyche
Nicht-hormonelle Maßnahmen
Auch Lebensstilmaßnahmen können Beschwerden lindern. Dazu zählen zum Beispiel:
- regelmäßige körperliche Bewegung
- eine ausgewogene Ernährung
- ausreichend Schlaf
- Yoga oder Qigong
- Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Meditation
Dauer und Folgender Wechseljahre
Die hormonelle Umstellung beginnt meist einige Jahre vor der Menopause und kann insgesamt etwa fünf bis zehn Jahre dauern.
Die meisten Beschwerden treten in der Zeit um die Menopause herum auf. Bei vielen Frauen lassen Hitzewallungen und andere Symptome nach einigen Jahren wieder nach.
Langfristig verändert sich jedoch der Hormonspiegel dauerhaft. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für verschiedenen Erkrankungen:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Adipositas durch Gewichtszunahme
- Gelenkverschleiß (Arthrose)
- Knochenschwund (Osteoporose)
- chronische Schmerzen